[UAW] Stiftbriefe der Universität Wien sind Weltdokumentenerbe

1992 rief die UNESCO - die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur - das Programm "Memory of the World"/"Gedächtnis der Menschheit" ins Leben. Im Fokus stehen dabei die Bewahrung und der nachhaltige Schutz von Dokumenten aller Art - Bücher, Manuskripte, audiovisuelle Medien - sowie der einfache Zugang zu diesem Wissen für möglichst viele Menschen.

Zu diesen schützenswerten Dokumenten zählen seit kurzem auch die Stiftsbriefe (Gründungsurkunden) der Universität Wien aus dem Jahr 1365. Siehe hier Eintrag im Österreichischen Nationalen »Memory of the World«-Register .

Mit zwei monumentalen Stiftungsurkunden - einer lateinischen und einer deutschen Fassung, die das symbolträchtige Tagesdatum 12. März (Hl. Gregor, Patron der Gelehrten und Studierenden) tragen - ebnete der österreichische Herzog Rudolf IV. im Frühjahr 1365 den Weg zur Einrichtung einer Universität in Wien.
Die lateinische Fassung des Stiftbriefs diente zur Vorlage bei der päpstlichen Kurie. Aussteller der Urkunde und damit Stifter der Universität Wien war der junge Herzog Rudolf IV., der nach dem Vorbild seines Schwiegervaters, Kaiser Karls IV., seine Residenzstadt mit der Gründung eines "studium generale" aufwerten wollte. Das Diplom legt die organisatorischen Strukturen der Universität fest und regelt das Verhältnis der Universitätsangehörigen zur Wiener Stadtgemeinde.