Neuerungen beim Visual History Archive

Die Universitätsbibliothek Wien hat seit 2014 die Video- und Audiodatenbank Visual History Archive (VHA) der University of Southern California (USC) Shoah Foundation lizenziert.

Beim VHA handelt es sich um eine Multimedia-Datenbank, die über 50.000 (Video-) Interviews mit Überlebenden und ZeugInnen des Holocaust sowie – seit 2014 – auch AugenzeugInnenberichte anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit umfasst (Genozid an den Tutsi in Ruanda (1994), Massaker von Nanjing (1937–1938), Genozid an den ArmenierInnen (1915−1923), Genozid in Guatemala (1978–1996)). Neben Videomaterial im Ausmaß von über 112.000 Stunden aus 63 Ländern in 39 Sprachen enthält das Visual History Archive auch 680.000 Bilder.

Um eine Suche zu erleichtern, sind die Videos mit über 62.000 Schlagworten und Phrasen versehen und 1,8 Millionen Namen erfasst. Suchen sind nach Schlagworten, Personennamen, Orten sowie biographischen Daten möglich. Die Suchergebnisse können in Projektordnern gespeichert und kommentiert und für weitere Suchen verwendet sowie mit NutzerInnen geteilt werden.

Seit dem Frühjahr 2016 kooperiert die USC Shoah Foundation mit dem Content-Provider ProQuest. Dadurch ist es jetzt möglich, die Videos direkt, ohne Wartezeit, zu streamen. Des Weiteren sind die Interviews auch mit Links zu Volltexten in lizenzierten ProQuest-Datenbanken angereichert. So kann nach Literatur mit Bezug zum gesamten Interview oder zu Schlagworten in den einzelnen Segmenten recherchiert werden.
Außerdem sind im VHA derzeit 900 deutschsprachige Transkripte, erstellt von der Freien Universität Berlin, verfügbar. Zukünftig sollen von allen 53.000 Interviews Transkripte zur Verfügung gestellt werden.

Für 2017 ist aufgrund der Kooperation des VHA mit ProQuest ein neuer Webauftritt geplant.

Zur Nutzung des Visual History Archive ist es nötig, sich einmalig auf der Nutzungsoberfläche zu registrieren.

Link in das Datenbankservice/Metalib