Vergessene Helden ...auch sie waren gegen den Faschismus

Vergessene Helden ...auch sie waren gegen den Faschismus

Veranstaltungsdatum unbekannt

Gegner des Nationalsozialismus findet man auch unter den deutschsprachigen Bürgern der ehemaligen Tschechoslowakei. Während der nationalsozialistischen Besetzung beteiligten sie sich an der Widerstands- bewegung in der Heimat und im Ausland. Manche von ihnen wurden durch das nationalsozialistische Regime inhaftiert oder hingerichtet. Nach dem Krieg fanden diese Menschen in der Regel nicht die ihnen gebührende Anerkennung. Sie waren im Gegenteil als Mitglieder der deutschen „Täternation“ dem Hass der tschechischen Gesellschaft preisgegeben und wurden wiederum verfolgt.

logo-vergessene-Helden.gifIm August 2005 verabschiedete die tschechische Regierung eine Resolution, in der sie den deutschen Antifaschisten gegenüber tiefe Anerkennung und zugleich ihre Reue aussprach, und gab auch Finanzmittel frei. Das Projekt umfasst die Sammlung von Zeitzeugenberichten, die Durchführung von Archivforschung, die Einrichtung einer Datenbank der deutschen Antifaschisten, die Veranstaltung wissenschaftlicher Konferenzen usw.

Einen wichtigen Projektbestandteil bildet die große Wanderausstellung "Vergessene Helden". Der allgemeine Teil stellt die Lage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakischen Republik in der Zwischenkriegszeit sowie die zunehmende Sympathie der Mehrheit der Deutschen für den Nationalsozialismus dar.

PlakatReichsaufmarsch.jpgDarüber hinaus werden die Verfolgung der deutschen Antifaschisten nach der Angliederung der Sudetengebiete an Deutschland im Jahr 1938 sowie Teilnahme der deutschen Antifaschisten am Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime reflektiert.

Die Diskriminierung in der Nachkriegstschechoslowakei und die Umstände, unter denen die meisten deutschen Antifaschisten die Tschechoslowakei verließen, sind ein weiterer Teilaspekt der Ausstellung.

Viel Raum wird auch den dramatischen Schicksalen einzelner Zeitzeugen gewidmet. Ferner wird die Atmosphäre der Zeit durch zeitgenössische Plakate, Bekanntmachungen, Zeitungsartikel, Karikaturen und authentische Filmaufnahmen dokumentiert.


Eröffnungsveranstaltung am 4.11.2009, 18 Uhr im Kleinen Lesesaal der Hauptbibliothek:

Einführende Worte

  • Georg Winckler, Rektor der Universität Wien
  • Maria Seissl, Leiterin Bibliotheks- und Archivwesen
  • Jiří Čistecký, Außenministerium der Tschechischen Republik (Sektionsleiter Mitteleuropa)

Führung durch die Ausstellung

  • Tomáš Okurka Ausstellungskurator, Stadtmuseum Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe)

Paneldiskussion

  • Ondřej Matějka, Bürgeninitiative Antikomplex
  • Oliver Rathkolb, Institut für Zeitgeschichte, Uni Wien
  • Jana Starek, Historikerin, Wien
  • Petra Stuiber, Journalistin (Der Standard)
  • Alena Wagnerová, deutsch-tschechische Schriftstellerin, Kulturpublizistin und Historikerin
  • Moderation: Gerald Schubert, Chefredakteur Radio Prag

Anschließend Erfrischungen

U.A.w.g.

Hier finden Sie die Einladung zur Eröffnung (PDF).

Universität Wien