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FB Botanik: E-Book des Monats Juni 2016

„Ein schöner Beitrag zur Naturgeschichte unsers deutschen Vaterlandes“ sei das Buch, wenn man Alexander von Humboldt (1769-1859) und seiner Rezension in den „Annalen der Botanick“ (Bd. 1, 1791, S. 78-83) glauben möchte. Herausgegeben von der 1784 gegründeten Königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, einem sehr wesentlichen und frühen geistigen Zentrum der Kronländer der österreichischen Monarchie, versammelte das Buch Beiträge zur Mineralogie und Geognosie, Meteorologie, Entomologie und Botanik. Gerade das umfangreiche Kapitel zur Botanik ist bemerkenswert: Nur etwas mehr als zwei Wochen (vom 27. Juli bis 11. August 1786) stellte Thaddäus Haenke (1761-1816) botanische Beobachtungen im Riesengebirge an, die resultierende Niederschrift umfasste dann 130 Quartseiten. Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches 1791 befand sich Haenke bereits in Südamerika, von wo aus er brieflich mit europäischen Naturforschern in Kontakt stand und damit wohl auch Emanuel Schikaneder (1751-1812) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zahlreiche Naturmotive für die Zauberflöte (KV 620) lieferte. 1804 wird Haenke dann als erster Europäer den 6310 m hohen Chimborazo bestiegen haben (Pritzel 4426, Stafleu & Cowan 3354).

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