FB Botanik: E-Book des Monats Mai 2018

Philipp Franz Balthasar von Siebold wurde am 17. Februar 1796 in Würzburg als Sohn einer damals schon bemerkenswerten Familie geboren: Sein Großvater Carl Caspar von Siebold (1736-1807) gilt als Begründer der modernen Chirurgie, sein leider früh verstorbener Vater Johann Georg von Siebold (1767-1798) war der erste Physiologe Würzburgs. Die naturwissenschaftlich-medizinische Familientradition sollte in Philipp Franz eine überaus würdige Fortsetzung erfahren. Nach der Promotion zum Doktor der Medizin 1820 wirkte er kurzzeitig als praktischer Arzt, wurde jedoch schon 1822 als Stabsarzt der Niederlande in die ostindischen Kolonien geschickt. Von dort aus konnte sich Siebold von 1823 bis 1830 im damals isolierten Japan aufhalten, das offiziell nur von Niederländern als einzigen Vertretern des Westens betreten werden durfte. Auch später, von 1859 bis 1862, hielt er sich in Japan auf und wurde damit zu einem der wichtigsten Zeugen der späten Edo-Zeit. Siebold gilt als Begründer der internationalen Japan-Forschung, sein ältester Sohn Alexander (1846-1911) sollte einer der Mitbegründer des Roten Kreuzes in Japan werden, der jüngere Sohn Heinrich (1852-1908) gilt als Wegbereiter der neuzeitlichen Archäologie in Japan. Die hier vorgestellte „Flora japonica“ erschien in zwei Bänden (insgesamt 30 Teile) zwischen 1835 und 1870, in Zusammenarbeit mit Joseph Gerhard Zuccarini (1797-1848) und Friedrich Anton Miquel (1811-1871). Mit insgesamt 150 Abbildungstafeln ist auch sie ein imposanter Meilenstein der Wissenschaften Japans (Pritzel 8674, Stafleu & Cowan 11949).