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FB Botanik: E-Book des Monats August 2015

Ginkgo biloba, nach einem jüngeren Synonym auch Salisburia adiantifolia genannt, ist jener in China heimische Baum mit den an älteren Trieben markant zweilappigen Blättern, die schon Goethe faszinierten – „Ist es ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwey, die sich erlesen, dass man sie als Eines nennt?“ 1781, so Jacquin, gelangte die erste lebende Ginkgo-Pflanze vom Handelsgärtner Joachim Loddiges (1738–1826) aus London nach Österreich und wurde in Schönbrunn gepflanzt. Das stattliche Exemplar im botanischen Garten der Universität Wien stammt ungefähr aus dem Jahr 1799. Ein 1819 besonders schön blühender männlicher Baum im Privatbesitz des Hofagenten Joseph Adalbert von Pernold, Ritter von Berwald und Bernthal (1772-1827) in dessen Garten im Kahlenbergerdorf, veranlasste Jacquin zur vorliegenden detaillierten Beschreibung der männlichen Blüten und betont den Wiener Lokalbezug in der Forschungsgeschichte dieser eleganten Baumart.

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