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Nachruf auf Wolfgang Kerber

Wolfgang KerberAm 29. Jänner 2017 ist Wolfgang Kerber, der ehemalige Direktor der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik, im 75. Lebensjahr verstorben.

Wolfgang Kerber wurde 1942 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Mathematik, Physik und Chemie. Nach einer kurzen Anstellung als Hochschulassistent am II. Physikalischen Institut der Universität Wien bzw. am Institut für Anorganische Chemie der TU Wien wirkte er 1975 bis 1977 als Kustos am Technischen Museum Wien, wo er auch die Bibliothek leitete.

1977 wurde Kerber Leiter der damaligen »Zentralbibliothek der Physikalischen Institute« der Universität Wien. Eine der ersten Aufgaben des neuen Bibliotheksleiters war es, die Bibliothek – sie war seit dem UOG 1975 Teil der Universitätsbibliothek Wien – als eigenständige Schwerpunktbibliothek im Fach Physik zu positionieren. So wurde mit 1. Jänner 1980 die »Zentralbibliothek für Physik in Wien« per Erlass des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung als erste interuniversitäre Bibliothekseinrichtung in Österreich errichtet.

Neben dem Ausbau der physischen Bibliothek – der Bau von neuen unterirdischen Bücherspeichern gelang mit großem persönlichen Einsatz – hat Wolfgang Kerber auch sehr früh die Möglichkeiten und Auswirkungen der Digitalisierung auf das Bibliothekswesen erkannt und auf diese neue Entwicklung gesetzt. So ist es unter seiner Leitung gelungen, die Bibliothek im Ranking des größten elektronischen Dokumentlieferdienstes subito von Anfang an auf den ersten Platz von mehr als 30 Bibliotheken zu bringen – eine Leistung, die bis heute nachwirkt und immer noch Bestand hat.

Ein schwerer Sportunfall im März 1999 konnte ihn nicht aus der Bahn werfen, und so schaffte er nach der Wiedereingliederung der Bibliothek in die Universität Wien die Zusammenführung mit den Chemiebibliotheken zur heutigen Österreichischen Zentralbibliothek für Physik und Fachbereichsbibliothek Chemie.

Für Wolfgang Kerber waren Arbeit und Privates untrennbar miteinander verbunden. Er war ein sozial denkender Mensch mit ausgeprägtem Familiensinn und hat viele von uns nachhaltig beeinflusst. Wir, seine Freunde und KollegInnen, sind von seinem Ableben zutiefst betroffen.