FB Botanik: E-Book des Monats August 2019

Josef Leopold Ferstl Edler von Förstenau wurde am 21. August 1820 in Wien als Sohn des Polizei-Oberkommissars Leopold Ferstl (1780-1867) und der Anna Ferstl (geb. Hofmeister) geboren und studierte Medizin in Wien. Dabei offenbar stark auf die Geowissenschaften konzentriert, promovierte er 1845 mit der Dissertation „De montibus circa Nikolsburg sitis“ zum Dr. med. Die hier präsentierte Buchhandelsausgabe der Dissertation mit deutscher Titelfassung „Geognostische Betrachtung der Nikolsburger Berge“ enthält die früheste Beschreibung der fossilen Fauna aus dem Ober-Jura Kalkstein der niederösterreichischen Klippenberge um Ernstbrunn. Ferstl war nun zunächst als praktischer Arzt in Wien tätig und zählte hier zum Freundeskreis des berühmten Geologen Franz Ritter von Hauer (1822-1899). Später war er zeitweise als Badearzt im mährischen Bad Luhatschowitz (Luhačovice, Tschechien) beschäftigt und betätigte sich dann in Wien als niedergelassener Erzeuger chemisch-pharmazeutischer Produkte. In dieser Sparte auch als Experimentator und Erfinder tätig, wurde ihm u.a. ein Privileg auf ein Verfahren „Schafwolle auf trockenem Wege zu entfetten und zu entschweißen“, sowie ein weiteres auf ein spezielles Verfahren der Gußstahl-Fabrikation eingeräumt. Josef Ferstl von Förstenau starb ledig am 22. Juni 1883 in seiner Wohnung in Wien III, Dißlergasse 10 an Bauchfellentzündung.