FB Botanik: E-Book des Monats Jänner 2020

Carl Julius von Fritzsche wurde im sächsischen Neustadt am 29. Oktober 1808 als Sohn des Arztes Christian Ferdinand Fritzsche geboren und absolvierte eine pharmazeutische Ausbildung bei seinem Onkel Friedrich Adolph Struve (1781-1840). 1830 wurde Fritzsche Assistent im Laboratorium des Chemikers Eilhard Mitscherlich (1794-1863) und immatrikulierte 1831 an der Philosophischen Fakultät der Universität Berlin. Hier promovierte er am 10. August 1833 mit der hier präsentierten Schrift „De plantarum polline“ (Über den Pflanzenpollen) zum Dr. phil. Noch 1833 nahm Fritzsche das Angebot seines Onkels Struve an, in St. Petersburg die Leitung einer neu gegründeten Anstalt zur Herstellung künstlicher Mineralwässer zu übernehmen, und übersiedelte nach Russland. Am 24. August 1838 wählte ihn die Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg zum Adjunkten für Chemie, was eine zusätzliche fixe Bezahlung und deutliche Reputation bedeutete. 1870 verlieh man Fritzsche den russischen erblichen Adel. Von seinen 81 wissenschaftlichen Publikationen sind nur fünf botanischen Inhalts, die anderen behandeln rein chemische Themen. Für die Geschichte der Pollenkunde ist Fritzsche von wesentlicher Bedeutung, er erkannte den prinzipiellen Aufbau der Pollenwand und prägte die Begriffe „Exine“, „Intine“ und „Zwischenkörper“. Er starb am 20. Juni 1871 in Dresden (Pritzel 3127).