FB Botanik: E-Book des Monats Juli 2020

Anton Störck, am 21. Februar 1731 im vorderösterreichischen Saulgau (Oberschwaben, Deutschland) geboren, verlor frühzeitig seine Eltern und wurde in einem Waisenhaus in Wien erzogen. An der Universität Wien studierte er zunächst Philosophie (Magisterium 1752), dann Medizin und promovierte unter seinem Mentor Gerard van Swieten (1700-1772) im Jahr 1757 zum Dr. med. Im Alter von nur 29 Jahren wurde Störck 1760 zu einem kaiserlichen Leibarzt ernannt, nach der Heilung von den Pocken ernannte Erzherzogin Maria Theresia ihn 1767 zu ihrem persönlichen Leibarzt. Auch der weitere Karriereverlauf ging steil bergauf: 1766 Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Wien, 1768 Rektor der Universität und am 22. April 1775 Erhebung in den österreichischen Freiherrenstand. 1772 entwarf Störck als Direktor der medizinischen Studien an der Universität Wien den hier präsentierten, 1775 publizierten Studienplan der Medizinischen Fakultät. Dieser enthält ein Portrait des Gerard van Swieten und einen Plan des Botanischen Gartens. Botanik wurde seit 1749 zusammen mit Chemie an der Medizinischen Fakultät gelehrt, erst 1838 wird es in Wien zur Trennung der beiden Fächer kommen. Störck entfaltete insgesamt eine reiche Publikationstätigkeit und wurde durch pharmakologische und medizinische Abhandlungen bald europaweit bekannt. Die Pflanzengattung Stoerkia (Amaryllisgewächse) trägt noch heute ehrenvoll seinen Namen. Anton Freiherr von Störck starb am 11. Februar 1803 in Wien.