FB Botanik: E-Book des Monats Juni 2019

Heinrich Christian Funck wurde am 22. November 1771 in Wunsiedel (Fichtelgebirge, D.) geboren und machte eine Apothekerlehre in Regensburg, wo er durch den berühmten Botaniker David Heinrich Hoppe (1760-1846) mit Moosen vertraut gemacht wurde. Bevor Funck im Jahr 1803 die elterliche Apotheke in Gefrees (Oberfranken, D.) übernahm, war er in Salzburg, Erlangen und Jena ansässig. An allen Aufenthaltsorten bestand Funcks wesentlichste Arbeit im Sammeln von kryptogamen Pflanzen. 1801 begann er das Exsikkaten-Werk „Kryptogamische Gewächse, besonders des Fichtelgebirg’s“, das mit begleitendem Text bis 1838 in 42 Heften (mit insgesamt 825 Pflanzenarten) erschien. 1820 brachte er das hier präsentierte Werk „Deutschlands Moose“ heraus, ein - wie im Untertitel zu lesen ist - „Taschenherbarium zum Gebrauch auf botanischen Excursionen“. Bemerkenswert daran ist die Kombination von einem gedruckten Buch (VI, 70 S.) mit einem Exsikkaten-Werk, also herbarisierten, auf Papierkärtchen aufgezogenen Original-Pflanzen. Der Exsikkaten-Teil, hier als „Deutschlands Laub-Moose“ bezeichnet, soll laut Literatur 60 kleine Bögen mit 422 eingeklebten Moosen enthalten, umfasst aber sowohl im vorliegenden Exemplar, wie auch in jenem der Bibliothek am Botanischen Garten und Botanischen Museum der Freien Universität Berlin (dort als „Synopsis der bis jetzt bekannten deutschen Moose“ bezeichnet), nur 58 Blatt. Die serielle Anfertigung eines solchen Original-Herbars war „wahrlich ein mühsames Unternehmen“, wie Funck im November 1820 an Christian Gottfried Nees von Esenbeck (1776-1858) schreibt. Zeitgenössisch war das Werk eines der ganz wenigen Bücher zur Moos-Bestimmung. Einen Ruf als Professor für Botanik an die Universität Berlin lehnte Funck ab, weil er sich nicht entschließen konnte, das Fichtelgebirge zu verlassen. Er starb am 14. April 1839 in Gefrees (Pritzel 3157, Stafleu & Cowan 1918)