FB Botanik: E-Book des Monats November 2018

Andreas Pleniger (auch: Pleninger, Plenninger) wurde am 1. Dezember 1814 im böhmischen Kolinetz (Kolinec, Tschechien) als Sohn des Papierfabrikanten Antonín Pleniger und der Josepha Pleniger (geb. Wirrer) geboren. Er studierte Medizin in Wien und promovierte am 10. Juni 1841 zum Dr. med. Seine hier vorgestellte Dissertation, betreut von Stephan Ladislaus Endlicher (1804-1849) und dem obersten Justizpräsidenten Ludwig Taaffe (1791-1855) gewidmet, behandelte das damals noch relativ junge Forschungsgebiet der Pflanzenphysiologie. In der recht philosophischen Vorrede heißt es: „So kennt die Natur kein Sterben, keinen Tod, wo alles Leben aufhört; sie kennt aber auch kein Geborenwerden, wo das Leben erst beginnt; denn Sterben und Geborenwerden sind nur Wechsel der Formen, unter welchen das Leben, das Eine und Ewige auftritt“. Dies erinnert stark an das berühmte Goethe-Wort „Und so lang du das nicht hast, dieses: Stirb und werde! Bist Du nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde“. In drei Kapiteln behandelte Pleniger dann die Elementarorgane der Pflanzen (im Sinne einer Pflanzenanatomie) und wie diese den pflanzlichen Organismus aufbauen, sowie die Ernährung der Pflanzen. Beruflich wandte er sich dann wieder der Medizin zu: Zunächst Operateur und ordinierender Sekundararzt im allgemeinen Krankenhaus, avancierte er später zum Hausarzt der k. k. Theresianischen Akademie in Wien. Mit zahlreichen Publikationen machte er sich vor allem um die wissenschaftliche Hydrotherapie verdient. Am 2. Mai 1860 heiratete Andreas Pleniger im Stephansdom Antonia Johanna Lipp (geb. 1839). Bereits sechs Jahre später verschied seine junge Frau an Lungenlähmung, er selbst starb im hohen Alter von 82 Jahren am 4. Dezember 1896 in seiner Wohnung am Heumarkt Nr. 23 in Wien (Pritzel 7205).