FB Botanik: E-Book des Monats November 2019

Leopold Trattinick (auch: Trattinnick) wurde am 26. Mai 1764 in Klosterneuburg als Sohn des Grundbuchhalters des Stiftes Klosterneuburg Franz Leopold Trattinick (gest. 1795) geboren und studierte zunächst Rechtswissenschaften in Wien, wandte sich aber bald seiner Lieblingsdisziplin, der Botanik, zu. Über das Elternhaus vermögend, konnte er lange Zeit ohne definitiven Beruf seinen wissenschaftlichen Neigungen nachkommen. Er legte eine bedeutende Bibliothek und wertvolle Herbarien an. Die Herausgabe botanischer Publikationen erfolgte oft im Eigenverlag und auf eigene Kosten. 1806 erhielt Trattinick vom niederösterreichischen ständischen Kollegium den Titel eines „Landschaftsphytographen“, von 1808 bis 1835 wirkte er dann als Kustos an den vereinigten k. k. Naturalien-Cabineten (dem Vorgänger des heutigen Naturhistorischen Museums) in Wien. Neben fachbotanischen Arbeiten publizierte Trattinnick auch einige mehr populäre, ästhetisch-philosophische Schriften, zu denen auch die hier präsentierte, insgesamt seltene „Schule der blühenden Natur“ gehört. „Der Einfluß der physischen Welt auf die moralische, dieß geheimnisvolle Ineinanderwirken des Sinnlichen und Außersinnlichen gibt dem Naturstudium, wenn man es zu höheren Gesichtspunkten erhebt, einen eigenen, noch zu wenig gekannten Reiz“ hatte Alexander von Humboldt (1769-1859) in seinen „Ansichten der Natur“ geschrieben. Von solchen Gedanken geleitet verfasste wohl auch der 79jährige Trattinick sein Büchlein. Er starb sechs Jahre später am 14. Jänner 1849 in Wien.