FB Botanik: E-Book des Monats Oktober 2018

Karl Bartholomäus Heller wurde am 20. November 1824 in Mislibořitz (Myslibořice, Mähren) als Sohn von Johann Georg Heller (1791-1861) geboren. Sein Vater war zu dieser Zeit Obergärtner einer „Pflanzenschule“ beim Schloss des Grafen Taaffe, 1825 erhielt er aufgrund seines ausgezeichneten Rufes als Gärtner die Leitung der Gärten des Carl Alexander Freiherrn von Hügel (1796-1870) in Hietzing bei Wien. Später wurde er zum leitenden Gärtner der 1837 gegründeten k. k. Gartenbaugesellschaft ernannt. Seit Kindertagen naturwissenschaftlich interessiert, zählte Karl Bartholomäus schon früh zu den besten Entomologen Wiens und beschäftigte sich intensiv mit dem Studium von Reiseliteratur. Im August 1845 wurde er als offizieller „Reisender der k. k. Wiener Gartenbau-Gesellschaft“ nach Mittelamerika entsandt und erreichte Veracruz am 6. November 1845. Nach umfangreichen Erforschungen des Landesinneren dehnte Heller seinen Aktionsradius zunächst bis Yucatán, dann bis zu den südlichen mexikanischen Bundesstaaten Chiapas und Tabasco aus. Am 4. September 1848 kehrte er mit 50 Kisten botanischer und zoologischer Objekte (enthaltend etwa 6.000 lebende und 10.000 getrocknete Pflanzen, 2.000 Conchylien und viele hundert Insekten, Fische, Amphibien, Vögel und Säugetiere) nach Wien zurück. Hellers weitere Karriere verlief dann eher unspektakulär: Im Frühjahr 1851 als Supplent der Naturgeschichte am akademischen Gymnasium in Graz angestellt, wurde er nach abgelegter Lehramtsprüfung 1853 zum wirklichen Gymnasial-Professor ernannt und unterrichtete 1856-1858 am Gymnasium in Olmütz, 1858 bis 1880 dann am Wiener Theresianum. Heller starb am 14. Dezember 1880 in Wien. Sein Hauptwerk bilden zweifelsohne die 1853 in Leipzig publizierten „Reisen in Mexiko in den Jahren 1845-1848“, jedoch ist auch die hier präsentierte Programm-Schrift des Grazer Akademischen Gymnasiums über die Halbinsel Yucatán von großem historischen und naturwissenschaftlichen Interesse.