FB Botanik: E-Book des Monats September 2019

Paul Maria Partsch wurde am 11. Juni 1791 als Sohn des k.k. Lotto-Direktions-Sekretärs Josef Partsch geboren und studierte zunächst ab 1810 Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wandte sich aber bald vermehrt den Naturwissenschaften zu und betrieb ab 1814 sowohl juridische und landwirtschaftliche, als auch botanische und mineralogische Studien in Stift Göttweig. Von 1816 bis 1824 wirkte Partsch als Volontär am k. k. Naturalien-Cabinet in Wien, 1824 erhielt er hier eine Stelle als Aufseher und wurde 1835 zum Kustos des k. k. Hof-Mineralien-Cabinets ernannt. Schon 1827 hatte er die Sammlung des Kabinetts nach dem naturhistorischen Mineral-System und unter Aufsicht des Friederich Mohs (1773-1839) neu geordnet und darüber 1828 eine übersichtliche Darstellung unter dem Titel „Das kaiserlich-königliche Hof-Mineralien-Cabinet in Wien“ im Verlag von J. G. Heubner publiziert. Nach der Ernennung zum Kustos begann Partsch mit einer kompletten Neuaufstellung der Sammlung, die nun auch Objekte des ehemaligen Brasilianischen Museums integrierte und 1842 vollendet werden konnte. 1843 erschien dann die hier präsentierte Übersicht zur Sammlung, die sich aus acht Teilsammlungen zusammensetzte: Neben der großen Mineraliensammlung im engeren Sinne („oryctognostische Sammlung“) fand sich eine Kristallmodell-Sammlung, eine terminologische Sammlung („Kennzeichen-Sammlung“), eine Sammlung von Mineralien und „Felsarten“ von technischem Interesse, eine allgemeine geologisch-paläontologische Sammlung, eine spezielle geologisch-paläontologische Sammlung von Niederösterreich, eine „Petrefacten-Sammlung“ (Fossilien im engeren Sinn) und schließlich die berühmte Meteoriten-Sammlung. Paul Partsch starb ledig am 3. Oktober 1856 in der Hofburg an „Gehirnlähmung“.