Ausstellungseröffnung „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“. Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

Am Donnerstag, dem 17. Oktober 2019 um 18:30 Uhr findet an der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte die Eröffnung der Ausstellung „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“. Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück statt.

Download: Einladung (PDF)


Programm
Grußworte
Markus Stumpf | Leiter der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universität Wien
Oliver Rathkolb | Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Brigitte Halbmayr | Stv. Obfrau der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Die Ausstellung
Christl Wickert | Kuratorin der Ausstellung, Historikerin und Politologin
Karin Bergdoll | Projektleiterin, 2. Vorsitzende von „Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.“

Im Anschluss
Besichtigung der Ausstellung, Brot und Wein


Zur Ausstellung
Die SS verschleppte 120.000 Frauen aus 30 Ländern nach Ravensbrück, 80 km nördlich von Berlin. Hier war 1939-1945 das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet.
Im Mittelpunkt der Wanderausstellung über das Krankenrevier im KZ Ravensbrück steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Frauenlager.
Die SS hatte Häftlinge aus unterschiedlichen Ländern Ost- und Westeuropas als Ärztinnen und Pflegerinnen eingesetzt. Ihre Position als Funktionshäftlinge verlangte eine dauernde Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteressen und den Bedürfnissen der Kranken.

Was konnten sie tun? Was taten sie?
Die meisten von ihnen versuchten, ohne ausreichende Medikamente und Verbandsmaterialien, kranken und verletzten Mithäftlingen zu helfen. Ihre Patientinnen beurteilten ihre Arbeit jedoch, wie die Berichte von Überlebenden dokumentieren, sehr unterschiedlich. Neben der Anerkennung ihres Einsatzes für die Mithäftlinge wurden sie u. a. auch für die Nichtbehandlung von Kranken, Selektionen und Tötungen mitverantwortlich gemacht.
Anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und Schriftzeugnissen ehemaliger Revierarbeiterinnen und ihrer Patientinnen, beleuchtet die Ausstellung Facetten des Lageralltags, in dem das Krank-werden oder Krank-sein oftmals den ersten Schritt zum Sterben oder zur Vernichtung bedeutete.


Rahmenprogramm

3.12.2019, 18:30 - 20:00, Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Porträt-Abend: Ilse Reibmayr. Eine österreichische Häftlingsärztin im Ravensbrücker Krankenrevier
Loretta Walz (Regisseurin, Autorin und Filmproduzentin) stellt Ilse Reibmayr vor und zeigt Ausschnitte aus ihrem Film „Die Frauen von Ravensbrück“. Ilse Reibmayr wurde im Sommer 1944 verhaftet und im Frauen-KZ Ravensbrück beauftragt, eine Geburtsstation einzurichten.

21.1.2020, 18:30 - 20:00, Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Vortrag: Österreichische Ärzte im Nationalsozialismus
Herwig Czech (Assistent für Geschichte der Medizin an der MedUni Wien) bietet in seinem Vortrag einen Überblick über die radikalen Veränderungen in der medizinischen Landschaft Österreichs nach dem „Anschluß“ 1938 und veranschaulicht die Verstrickung von Ärzten bis hin zu Tätigkeiten in den Konzentrationslagern sowie der Ermordung von Menschen in der Psychiatrie.

17.3.2020, 18:30 - 20:00, Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Vortrag: Zum Dilemma von Häftlingsärztinnen und -pflegerinnen
Christl Wickert (Historikerin, Politologin und Kuratorin) berichtet über die schwierige Situation der Funktionshäftlinge, die für die Behandlung und Pflege inhaftierter Patientinnen und Patienten von der SS dazu verpflichtet wurden. Die Schwere und Anzahl der Erkrankungen und Verletzungen stand in keinem
Verhältnis zu den unzureichenden Ausstattungen auf den Krankenstationen. Diese Verhältnisse stürzten sie in unausweichliche Dilemmata, die über die Grenzen der Medizinethik weit hinausreichten.


Veranstalter
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universität Wien
ÖLGRF, Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

In Kooperation mit
AKF, Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.
Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien

Finanzielle Unterstützung
Nationalfonds der Republik Österreich
Zukunftsfonds der Republik Österreich

Gefördert durch
Deutsches Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Deutsches Bundesministerium für Gesundheit
Land Brandenburg
Kulturstiftung des Bundes