In der letzten Sitzung des Kunstrückgabebeirats am 12. Mai 2026 wurde die Rückgabe einer Druckschrift aus der Hauptbibliothek empfohlen, die ursprünglich dem Collegium Canisianum in Innsbruck gehörte.
Das Team der NS-Provenienzforschung an der UB Wien konnte den Weg einer Druckschrift aus dem in der NS-Zeit geschlossenen Jesuitenkollegs in Innsbruck rekonstruieren. Es gelangte über die „Zentralbibliothek der Hohen Schule der NSDAP“ Berlin nach dem Krieg als Teil der „Sammlung Tanzenberg“ über die sogenannte Büchersortierungsstelle an die UB Wien. Aufgrund der historischen Umstände und der rekonstruierten Provenienz wurde die Übereignung der Druckschrift an das Collegium Canisianum in Tirol empfohlen.
Susanne Wicha: Staatliche Zuweisungen, treuhändische Übernahmen, verzögerte Restitutionen: Der Umgang der Universitätsbibliothek Wien mit geraubten Druckschriften nach 1945. In: Markus Stumpf (Hg.): Haben wollen! 20 Jahre NS-Provenienzforschung an den Bibliotheken, Archiven und Sammlungen der Universität Wien. Göttingen: Vienna University Press/V&R unipress/Brill 2025 (=Bibliothek im Kontext 7), pp 53-68 https://www.vr-elibrary.de/doi/10.14220/9783737019309.53