RLP 050. Atmen beim Lesen/Baustelle Bibliothek. Ein Gespräch zwischen Andreas Brandtner und Ulrich Johannes Schneider.

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Atmen beim Lesen: Ein Gespräch zwischen Andreas Brandtner und Ulrich Johannes Schneider über Bibliotheken als Orte des Wandels – historisch im Industriezeitalter verortet und zugleich hochaktuell im Kontext der Transformation heutiger Forschungs- und Lernräume. Ausgangspunkt ist Schneiders Buch „Atmen beim Lesen – Bibliotheken im Industriezeitalter“, das Bibliotheken nicht nur als Aufbewahrungsorte von Wissen beschreibt, sondern als bewusst gestaltete Umgebungen: Räume, die Konzentration ermöglichen, Öffentlichkeit herstellen und gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln. Im Dialog wird deutlich, wie eng Bibliotheksarchitektur, Arbeitskultur und Zugangsfragen miteinander verbunden sind – und warum sich die Leitfrage heute verschiebt: weg vom reinen Bestand, hin zu Atmosphäre, Nutzung, Infrastruktur und neuen Formen des Lernens und Arbeitens.

Gleichzeitig öffnet das Gespräch den Blick auf die Gegenwart: Die Bibliothek als „dritter Ort“ zwischen Universität, Stadt und digitaler Wissenswelt, in dem nicht nur Informationen verfügbar sind, sondern Bedingungen geschaffen werden, unter denen Denken und Forschung überhaupt stattfinden können. Gerade in Zeiten, in denen Inhalte zunehmend digital zirkulieren, gewinnt der physische Bibliotheksraum eine neue Relevanz: als lernfördernde Umgebung, als sozial geteilte Konzentrationszone und als institutionelles Versprechen von Zugänglichkeit.