Sammlungen des Archivs der Universität Wien

Das Archiv der Universität Wien verwahrt nicht nur das eigentliche Archivgut eines typischen Verwaltungsarchivs - also Akten - auf, sondern auch einen breit gefächerten Sammlungsbestand, der im Zusammenhang mit der Universitätsgeschichte steht, also Objekte.

Die Schausammlung könnte den Grundstock für ein Universitätsmuseum bilden. Ihr vielleicht prominentestes Stück ist die sogenannte Celtis-Kiste (1508). Sie ist nach dem Humanisten Konrad Celtis (1459–1508) benannt, diente der Aufbewahrung von Insignien und wurde erst 1876 wiederentdeckt. Unter dem Rektorat von Richard Meister (1881–1964) gab es im Jahr 1950 für kurze Zeit solch ein Museum im Kleinen Festsaal des Hauptgebäudes. 1956 gelangten die musealen Objekte an das Archiv, das seinerseits 1979/1980 aus dem Hauptgebäude in die Postgasse übersiedelte und dort wieder eine Art Museum eröffnete, das jedoch nie institutionalisiert wurde. Ein Teil der etwa 130 Objekte konnte lediglich im ehemaligen Jesuiten-Refektorium (17. Jhdt.) in Vitrinen präsentiert werden.

Die Medaillensammlung enthält etwa 376 Universitäts- und Personenmedaillen, die überwiegend im 19. und 20. Jhdt. als Geschenke anlässlich von internationalen Kontakten der Universität Wien ins Haus kamen oder für Ehrungen in Auftrag gegeben wurden. Die älteste Medaille stammt jedoch bereits aus dem Jahr 1624.

Die Bildersammlung umfasst u. a. ein Fotoarchiv zum Themenkreis Universitätsgeschichte. Im Kern geht es auf die "Sammlung Fessl" aus dem Jahr 1958 zurück. Dabei handelt es sich großteils um Porträts der in Wien tätigen Professoren und um Gebäudefotografien. Meist gibt es auch die dazugehörigen Glasplattennegative. Viele ältere Fotos wurden seither angekauft, und neue sind hinzu gekommen, auch solche von Archivalien und Insignien sowie von akademischen Feiern und Veranstaltungen.
Weiters gibt es knapp 1.000 Stiche, Zeichnungen und Kunstdrucke sowie Drucke und Porträtbilder von Gelehrten und Wissenschaftern aus dem 16.–20. Jhdt. und ein Konvolut von Studentenpostkarten zum studentischen Verbindungswesen sowie etliche Karikaturen. Schließlich gehören auch 29 barocke Ölgemälde, ursprünglich Teil der ehemaligen Rektorengalerie, zur Bildersammlung des Universitätsarchivs. Die meisten davon hängen heute in den Fest- und Sitzungssälen oder im Rektorat im Hauptgebäude am Ring.

Seit dem Zweiten Weltkrieg kamen etwa 100 (Teil-)Nachlässe (auch Vorlässe) samt Autografen in die Obhut des Archivs. Diese Nachlass- und Autografensammlung stammt von Personen, die der Universität Wien nahe standen und ist im Universitätsarchiv benützbar, soweit bei der Übernahme keine anderen vertraglichen Vereinbarungen getroffen wurden.

Auch eine Urkundensammlung, die nicht mit der Universitätsgeschichte zusammenhängt, sondern aus dem Besitz des im 16. Jhdt. aufgelösten ehemaligen Zisterzienserinnenklosters St. Niklas auf der Landstraße stammt, gehört zum Sammlungsbestand. Unter diesen in der Celtis-Kiste aufgefundenen Urkunden sind auch bemerkenswert alte Schriftstücke aus dem 13. Jhdt.

Außerdem besitzt das Archiv der Universität Wien noch folgende kleinere, erst teilweise erschlossene Sonstige Sammlungen: Büsten und Skulpturen, Pläne, Zeugnisse u. Ä., Wandkarten, Tonbänder und Audio-Kassetten, Siegeltypare und -abdrucke, Parten, Prägestempel, Plakate, Flugschriften, die "Biografische Materialsammlung Schrauf" zu Wiener Universitätslehrern des 15.–18. Jahrhunderts, eine Zeitungsdokumentation und eine Lehrfilmsammlung.

Adresse:

Archiv der Universität Wien
Postgasse 9
1010 Wien

Leitung:

HR Mag. Thomas Maisel MAS
Archiv der Universität Wien
Postgasse 9
1010 Wien
T: +43-1-4277-172 18
thomas.maisel@univie.ac.at

Kontakt:

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Archiv der Universität Wien
Postgasse 9
1010 Wien
T: +43-1-4277-172 01 .... ?? ...
archiv@univie.ac.at

Link:

Objekte des Monats aus dieser Sammlung:

Foto: Claudia Feigl