Sammlungen des Departments für Anthropologie

Das Department für Anthropologie der Universität Wien beherbergt zurzeit drei osteologische Sammlungen. Den geringsten Umfang weist die sehr kleine zoologische Sammlung auf, die Skelettmaterial verschiedenster Tierarten umfasst. Ebenfalls von geringem Umfang ist die paläopathologische Sammlung, die verschiedenste Beispiele für sich am menschlichen Skelett manifestierende Krankheitsbilder beinhaltet. Die größte Sammlung stellt die allgemeine Skelettsammlung dar. Diese umfasst Skelettreste von mehreren hundert Individuen, die bei archäologischen Grabungen während der letzten 80 Jahre geborgen wurden. Die ältesten Skelette stammen aus dem Neolithikum, die jüngsten aus dem 19. Jahrhundert. Sehr groß ist der Anteil von Skelettmaterialien aus mittelalterlichen Karnern.

Die Skelette sind im Depot des Departments sowie zum Teil in Lagerräumen des Naturhistorischen Museums untergebracht, da die Depoträume des Departments für Anthropologie nicht mehr ausreichten.

Die Sammlung ist nicht öffentlich zugänglich und wird in erster Linie für wissenschaftliche Analysen genutzt. Darüber hinaus werden Teile der Sammlung für die Lehre herangezogen. Dies gilt vor allem für die awarenzeitlichen Skelette der Ausgrabung Csokergasse, Wien 11.

Adresse:

Department für Anthropologie
Biozentrum (UZA I)
Althanstrasse 14
1090 Wien

Leiterin:

Ao. Univ.-Prof.in MMag.a Dr.in Sylvia Kirchengast
Althanstrasse 14
1090 Wien
T: +43-1-4277-547 12
F: +43-1-4277-9 547
sylvia.kirchengast@univie.ac.at

Link:

Literatur zur Sammlung:

TESCHLER-NICOLA, Maria: Anthropologische Sammlung. In: Schaukästen der Wissenschaft. Die Sammlungen an der Universität Wien. Feigl, Claudia (Hg.). Wien, Böhlau Verlag, 2012. S. 29–32. Exemplare im Bestand der UB Wien, dieser Beitrag als elektronischer Text .
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Fuchs, Brigitte: »Rasse«, »Volk«, Geschlecht. Anthropologische Diskurse in Österreich 1850–1960. Frankfurt am Main, New York 2003.

Geisenhainer, Katja: Rasse ist Schicksal. Otto Reche (1879–1966).

Ein Leben als Anthropologe und Völkerkundler. Beiträge zur Leipziger Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte«, Reihe A, 1, Leipzig 2002.

Seidler, Horst/Rett, Andreas: Das Reichssippenamt entscheidet. Rassenbiologie im Nationalsozialismus. Wien, München 1982.

Szilvássy, Johann/Spindler, Paul/Kritscher, Herbert: RUDOLF PÖCH – Arzt, Anthropologe und Ethnograph. In: Annalen des Naturhistorischen Museums Wien 83 (1980), S. 743–762.

Teschler-Nicola, Maria: The diagnostic eye – On the history of genetic and racial assessment in pre-1938 Austria. In: Collegium Antropologicum 28 (2004), S. 7–29.

Teschler-Nicola, Maria : Aspekte der Erbbiologie und die Entwicklung des rassenkundlichen Gutachtens in Österreich bis 1938. In: Vorreiter der Vernichtung. Eugenik, Rassenhygiene und Euthanasie in der österreichischen Diskussion vor 1938. Zur Geschichte der NS-Euthanasie in Wien, Teil III. Hg. von Heinz Eberhard Gabriel und Wolfgang Neugebauer. Wien, Köln, Weimar 2005, S. 99–138.

Teschler-Nicola, Maria : 'Volksdeutsche' and Racial Anthropology in Interwar Vienna: The ‘Marienfeld’ project. In : Blood and Homeland. Eugenics and Racial Nationalism in Central and Southeast Europe 1900–1940. Hg. von Marius Turda und Paul Weindling. Budapest, New York 2007, S. 55–82.

Teschler-Nicola, Maria; Ballhausen, Thomas; Matiasek, Katarina: Rudolf Pöch – Arzt, Anthropologe, Medienpionier. Wien 2011 (in Druck).

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