Archiv der Universität Wien > Wir über uns > Schätze aus sieben Jahrhunderten: Das Archiv der Universität WienSchätze aus sieben Jahrhunderten: Das Archiv der Universität Wienvon Kurt Mühlberger Archive sind das "Gedächtnis des Staates". Sie dienen als ein Reservoir geistiger Kraft für die Bewältigung künftiger Aufgaben und Probleme, indem sie die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglichen und die Grundlagen unserer kulturellen Identität sicherstellen. Neue Magazine und eine verlassene Baustelle Fast hundert Jahre lang war das Archiv der Universität Wien im Hauptgebäude am Ring untergebracht. Im Jahr 1980 kehrte es an seinen ursprünglichen Standort in die Postgasse zurück. Hier in der "Alten Universität" war die Möglichkeit gegeben, genügend Raum für die ständig anwachsenden Archivbestände zur Verfügung zu stellen und kostspielige Dislozierungen zu vermeiden. Die Bestände umfaßten bei der Übersiedlung 2.500 Regal-Laufmeter. Heute sind es bereits mehr als 9.500. Das rasante Wachstum des Archivgutes bedingte eine Ausweitung und Modernisierung der Magazine. Im Dezember 2001 wurden neue unterirdische Archivspeicher mit raumsparenden fahrbaren Kompakt-Regalanlagen bezogen. Außendepots in der Wasagasse, im sogenannten Stöcklgebäude (Postgasse 7) und im Hauptgebäude der Universität konnten aufgelassen werden. Aufgrund der vielversprechenden Planung sollte der Raumbedarf des laufend anwachsenden Archivs im Haus Postgasse 9 langfristig gedeckt werden. Die Sanierung der "Alten Universität" hatte zunächst erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen. Dann wurde die Bautätigkeit plötzlich auf halbem Weg abgebrochen. Wesentliche oberirdische Bereiche sowie die Gebäudefassaden wurden im Zustand des Rohbaues oder des Verfalles belassen. Dies führte zur massiven Gefährdung des wertvollen historischen Archivgutes durch Wassereinbrüche in die neuen Magazine im Kellerbereich. Die geforderten Raumklimawerte (50-55% Luftfeuchte bei 20°C oder weniger) werden aufgrund gravierender Mängel der Haustechnik massiv überschritten. Große bereits seit Jahren fertig gestellte Magazins- und Arbeitsbereiche sowie der neue Lesesaal samt Nebenräumen konnten bislang wegen der nach wie vor bestehenden Baumängel nicht in Betrieb genommen werden. Neben der Gefährdung des historischen Materials durch die baulichen Rahmenbedingungen stellt sich die Problematik der Unterbringung der gegenwärtig ausufernden Aktenanlieferungen. Aufgrund der organisatorischen Veränderungen im Rahmen des UG 2002 kommt es gegenwärtig zur kurzfristigen Abtretung von hunderten Laufmetern jüngeren Aktenmaterials, die großteils in den derzeit zur Verfügung stehenden Regalanlagen keinen Platz mehr finden. Es bleibt vorerst die Hoffnung auf eine baldige Behebung der Baumängel und die Fortsetzung der stagnierenden Sanierung der Alten Universität. Die benötigten Flächen wären hier ausreichend vorhanden.
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