Epicurus' Human Beings: Beyond Person and Self

abstraktes Symbolbild. © Oxford Classical Monographs

abstraktes Symbolbild
© Oxford Classical Monographs

Epicurus' Human Beings: Beyond Person and Self

Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18:00 Uhr, FB Philosophie und Psychologie

Die FB Philosophie und Psychologie lädt zur Präsentation des Buches "Epicurus’ Human Beings: Beyond Person and Self" von Solmeng-Jonas Hirschi.


Programm

Begrüßung

Sonja Fiala | Leiterin der Fachbibliothek Philosohpie und Psychologie, Universitätsbibliothek Wien

Einleitende Worte

George Karamanolis | Institut für Philosophie, Universität Wien

Präsentation des Buches

Solmeng-Jonas Hirschi | Institut für Philosophie, Universität Wien

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Im Anschluss laden wir zu Brot und Wein.


Zum Buch

Epikurs (341-270 v. Chr.) philosophisches Projekt beruht wesentlich auf seiner ethischen Wirksamkeit. Besonders die Briefe und Lehrsätze sollten nicht als bloße Beschreibungen einer philosophischen Lehre und Lebensweise verstanden werden, denn sie sind selbst Ausdruck und Vollzug einer Praxis der (Selbst-)Sorge. Sie sind so verfasst und konzipiert, dass sie wirksam werden. Die Fähigkeit des einzelnen Menschen, einen Zustand der ataraxia, also der Seelenruhe, zu erreichen und aufrechtzuerhalten, soll demnach durch Lesen und Memorieren gefördert werden. Epikur ausschließlich als „theoretischen Philosophen“ zu lesen, hieße daher, seine Absichten zu verkennen. In diesem Buch plädiert Solmeng-Jonas Hirschi für eine konsequentere Lesart, die Epikurs Absichten ernst nimmt. Er führt die Lehre näher an ihre Anwendung heran, indem er die Lesenden und diejenigen, die Epikurs Philosophie praktizieren sollten, in den Blick nimmt.

Das Hauptkorpus dieser Studie bilden die drei Briefe und die Lehrsätze Epikurs, die durch Diogenes Laertius überliefert worden sind. Jedes Kapitel ist einem dieser Texte gewidmet und in zwei Hauptabschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt entwickeln eng geführte Lektüren und philosophisch ausgerichtete Textinterpretationen eine heuristische Analyse von Epikurs Auffassung dessen, was Menschen sind und tun. Im zweiten Abschnitt bildet eine Analyse der (Personal-)Deixis das textzentrierte Gegenstück dazu. In einem abschließenden Anhang wird dieselbe Methodik auf den Brief an die Mutter angewendet, der sich in der monumentalen Inschrift des Diogenes von Oinoanda findet. Zusammengenommen umreißen diese Analysen ein Bild davon, wie der Mensch in Epikurs Kurzschriften philosophisch dargestellt und adressiert wird.

In den Kapiteln zum Brief an Pythokles und zu den Kuriai Doxai (den Lehrsätzen) wird zudem der unumgänglichen Frage nach der Echtheit dieser Texte besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Berücksichtigung von Entstehungskontext, Struktur und Funktion erweist sich jedoch nicht nur für die Aufnahme der beiden Texte als entscheidend, sondern auch - und sogar vor allem - für die Anhaltspunkte, die sich daraus zur damals intendierten und tatsächlichen Verwendung der Texte gewinnen lassen.

Diese philologisch-philosophische Studie liefert wichtige Einsichten in die Pragmatik von Epikurs Schriften, insbesondere hinsichtlich ihres Gebrauchs, ihres Formats und ihrer Funktionsweise bei der Erlangung und Bewahrung von Seelenruhe.


Zum Autor

Solmeng-Jonas Hirschi studierte an der Universität Bern (BA, 2015) und an der Universität Oxford (MSt, 2016) wo er 2021 auch promovierte (DPhil). Derzeit ist er als Postdoktorand (Research Associate) an der Universität Wien tätig. Zuvor hatte er Postdoc-Stellen und Forschungsaufenthalte an der Freien Universität Berlin als Chronoi Fellow (2023-2024), am Istituto Svizzero in Rom (2022-2023), an der Université Laval in Québec (2022) sowie an der Universität Freiburg (Schweiz) (2021-2023) inne.


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