Buchpräsentation: Die Dominanzgesellschaft und der NSU-Komplex. Eine tiefenhermeneutische Untersuchung

Graffiti am Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, das anlässlich der Urteilsverkündung im NSU-Prozess
gesprüht wurde. © privat

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Buchpräsentation: Die Dominanzgesellschaft und der NSU-Komplex. Eine tiefenhermeneutische Untersuchung

Montag, 30. November 2026, 19:00 Uhr, FB Bildungswissenschaft, Linguistik, Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft, Sensengasse 3A, 1090 Wien

Am Montag, den 30. November 2026 um 19:00 Uhr findet in der Fachbibliothek Bildungswissenschaft, Linguistik, Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft eine Buchpräsentation zur Publikation "Die Dominanzgesellschaft und der NSU-Komplex. Eine tiefenhermeneutische Untersuchung" statt.


Programm

Begrüßung

Ariella Sobel | Leiterin der Fachbibliothek Bildungswissenschaft, Linguistik, Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft

Einleitende Wortevon
Roger Frie | Institut für Bildungswissenschaft

Buchpräsentation

Charlie Kaufhold | Institut für Bildungswissenschaft

Moderation

Evelyn Klammer |Institut für Bildungswissenschaft


Zum Buch

Das neonazistische Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) hat in Deutschland zwischen 1998 und 2011 zehn Menschen erschossen, neun davon aus rassistischen Gründen. Der NSU hat in dieser Zeit außerdem drei Bombenanschläge auf migrantische Communities durchgeführt, bei denen Dutzende (teils schwer) verletzt wurden. Eine Person starb an den Folgen eines Anschlags. Zur Finanzierung ihrer Verbrechen begingen die Neonazis 15 Raubüberfälle. Der NSU-Komplex ist auch zum Skandal geworden, weil es Verstrickungen der Neonazis mit staatlichen Akteur_innen wie dem Inlandsgeheimdienst gab und die Polizei über Jahre hinweg die Opferangehörigen und Betroffenen der neonazistischen Gewalt als Täter_innen behandelte.

Im Zentrum des Buchs „Die Dominanzgesellschaft und der NSU-Komplex“ steht die Frage, welche Gefühle und (unbewussten) Konflikte bei der Beschäftigung mit dem extrem rechten Terror des NSU in der deutschen Bevölkerung aufkommen. Mit der psychoanalytischen Methode Tiefenhermeneutik wurden Gruppendiskussionen mit soziodemografisch heterogenen Realgruppen ausgewertet. Hierbei wird deutlich, wie Rassismus und Antisemitismus vielfach das Empfinden prägen. Der Terror des NSU wird oftmals als Vergegenwärtigung der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands erlebt. Konflikte um Schuld und Identität werden dadurch (re-)aktiviert und auf verschiedene Weisen abgewehrt.


Autor*in

Evelyn Klammer ist Universitätsassistent_in (Postdoc) im Arbeitsbereich Psychoanalytische Pädagogik am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien und Research Fellow an der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin. Berufsbegleitend ist Charlie Kaufhold in gruppenpsychoanalytischer Ausbildung am Berliner Institut für Gruppenanalyse. Forschungsschwerpunkte: Psychoanalytische Sozialpsychologie und Sozialforschung mit einem Schwerpunkt auf Tiefenhermeneutik, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Autoritarismus, Klimawandel und Geschlechterforschung.


  • Charlie Kaufhold
    Die Dominanzgesellschaft und der NSU-Komplex. Eine tiefenhermeneutische Untersuchung
    Budrich Academic Press. Opladen/Berlin/Toronto 2026.
    Link zum Buch im Bestand der UB Wien 

Universität Wien